5 Gedanken aus „Money“ von Tony Robbins

5 Gedanken aus „Money“ von Tony Robbins

Der Wälzer ist über 600 Seiten dick, aber der Schreibstil so prägnant und „fließend“, dass sich die Seiten einfach nur so weglesen. In dem Buch von Tony Robbins geht es längst nicht nur um das reine Investieren, sondern es ist eine gehörige Portion Finanzmindset dabei. Angefangen beim Warum (z.B. klaffende Rentenlücke), über den Sinn von Sparquoten, Zinseszins und Finanzmythen, landet er schließlich bei Portfoliostrukturen für Privatanleger. Zusätzlich sind in dem Buch noch viele Interviews mit großen Investoren abgedruckt, die überaus lehrreich sind.

Was er aber auch ganz klar sagt, ist, dass Geld nur ein Vehikel ist, um andere Dinge im Leben zu erreichen. Niemals ist Geld das alleinige Ziel!

Es ist mir ausgesprochen schwer gefallen nur 5 Gedanken zu dem Buch „Money“ von Tony Robbins *aufzuschreiben, denn es steckt so viel mehr darin.

Das Einkommen fürs Leben

„Dieses Buch soll Sie in die Lage versetzen, sich ein lebenslanges Auskommen zu verschaffen, ohne jemals wieder arbeiten zu müssen. Echte finanzielle Freiheit. Und die gute Nachricht ist, dass jeder das erreichen kann. Selbst wenn Sie mit Schulden beginnen und – ohne Übertreibung – in einem tiefen Loch stecken, können Sie sich mit ein wenig Zeit, einem beständigen Fokus und den richtigen Strategien in wenigen Jahren finanzielle Sicherheit oder sogar Unabhängigkeit verschaffen.“

Money, Tony Robbins, S. 55

In diesem Kapitel spricht Robbins eine wichtige Tatsache an. Das Konzept der Rentenversicherung besteht, so wie wir es kennen, erst seit zwei bis drei Generationen. Ungeachtet dessen werden wir immer älter und der demographische Wandel fordert seinen Tribut. Wir dürfen uns nicht auf dem Gedanken ausruhen, dass der Staat schon für uns im Alter sorgen wird.

„Es ist nicht realistisch, mit 30 Jahren Arbeitszeit eine Rentenzeit von 30 Jahren zu finanzieren. Sie können nicht erwarten, 10 Prozent Ihres Einkommens beiseite zu legen und damit eine genauso lange Rentenzeit zu finanzieren.“ – John Sohlen, Professor an der Stanford University

Money, Tony Robbins, S. 57

Zusätzlich bewirkt der medizinische Fortschritt, dass wir noch älter werden. Das bedeutet ein reales Risiko, dass uns im Alter das Geld ausgeht, wenn wir nicht vorsorgen.

„Laut einer Studie von Ernst & Young können 75 Prozent der Amerikaner davon ausgehen, dass ihr Vermögen aufgebraucht ist, bevor sie sterben.“

Money, Tony Robbins, S. 57

Leider führt das bei vielen Menschen nicht dazu, dass sie etwas tun, sondern dass sie das Problem einfach ignorieren. Laut einer Studie, wissen ca. 48% der Amerikaner nicht, wie groß ihre Rentenlücke im Alter ist. Ich möchte wetten, dass das in Deutschland ebenso ist.

Das Ziel des Buches ist also: Wachrütteln und einen konkreten Plan erarbeiten, wie wir erstens im Alter nicht arm sterben und zweitens wie wir schon vorher finanzielle Unabhängigkeit oder gar Freiheit erlangen können.

Entscheiden, festlegen und automatisieren

„Sehen wir aber der Realität ins Auge: Wir werden uns auf keinen Fall den Weg zu Reichtum verdienen. Das ist der Fehler, den Millionen von Amerikanern machen. Wir glauben, wenn wir uns mehr anstrengen, intelligenter und länger arbeiten, dann werden wir unsere finanziellen Träume verwirklichen können. Aber unser Gehalt alleine, wie hoch es auch sein mag, wird das nicht leisten.“

Money, Tony Robbins, S. 76

Dieses Zitat spielt auf die Wirkung des Zinseszins-Effektes an. Wir Menschen können uns lineare Zusammenhänge gut vorstellen, aber bei exponentiellem Wachstum hört es auf. Das können wir mental nicht erfassen. Dafür helfen uns Grafiken.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Zinseszins

Daraus wird deutlich, dass wir das Geld unbedingt für uns arbeiten lassen müssen – statt hart für das Geld zu arbeiten. Deswegen muss eine Entscheidung her!

„Wieviel wollen Sie sich selber zahlen und von Anfang an beiseite legen, bevor Sie auch nur einen einzigen Cent für Ihre täglichen Ausgaben aufwenden? (…) Ich möchte, dass Sie ernsthaft über diese Summe nachdenken, weil Ihr restliches Leben von Ihrer Entscheidung bestimmt wird, heute einen Teil Ihres Einkommens zu opfern, um in der Zukunft immer Geld zu haben. Das Ziel lautet, Sie in die Lage zu versetzen, aus dem Nine-to-five-Hamsterrad auszusteigen und den Weg zu finanzieller Freiheit einzuschlagen.“

Money, Tony Robbins, S. 83-84

Errechne dir also, welchen Prozentsatz du von deinem Einkommen beiseite legen willst und lege diesen fest. Dabei ist es egal, ob es 10%, 15% oder gar 30% sind. Es kommt ganz darauf an, wie deine finanzielle Situation ist und mit welchem Betrag du dich wohl fühlst.

Dieser Betrag wird dann so investiert, dass der Zinseszins wirken kann. Am besten automatisiert, damit du nicht jedes Mal darüber nachdenken musst. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.

„Das ist auch schon das ganze Geheimnis: Verdienen Sie mehr, geben Sie weniger aus, und automatisieren Sie Ihre Sparbemühungen.“

Money, Tony Robbins, S. 97

Lerne die Spielregeln kennen!

Vor allem im Finanzbereich eine unfassbar wichtige Lektion. Lerne die Spielregeln kennen! Oder: Du musst wissen was du tust. Immerhin geht es hier um dein hart erarbeitetes Geld!

1. Die Kosten fressen deine Rendite auf!

„Die meisten Menschen rechnen nicht nach und die Gebühren sind versteckt. Rechne einmal folgendes Beispiel durch: Wenn jemand mit 20 Jahren eine einmalige Investition von 10.000 Dollar tätigt und wir ein jährliches Wachstum von 7 Prozent zugrunde legen, dann hätte dieser Anleger in meinem Alter (80) 574.464 Dollar. Aber wenn dieser Anleger 2,5 Prozent an Managementgebühren und anderen Kosten zahlt, wird die Abschlussbilanz nach demselben Investitionszeitraum lediglich 140.274 Dollar betragen.“

Money, Tony Robbins, S. 114

Das tut weh. 77% der Rendite geht also für Kosten drauf. Das ist vor allem bei aktiv gemanagten Fonds der Fall. Die zum Teil noch viel höhere Gebühren verlangen. Daher immer auf die Kosten achten – egal in was du investierst!

2. Wer schlägt den Aktienindex?

„Unglaublichen 96 Prozent der aktiv gemanagten Fonds gelingt es nicht, den Markt über einen nennenswerten Zeitraum zu schlagen!“

Money, Tony Robbins, S. 125

Das ist ein Satz, den man sich ganz genau durchlesen sollte.

Warum also sollte man sein Geld in einen aktiven Fond anlegen, der den Index NICHT schlägt und darüber hinaus noch unfassbar viel Rendite frisst?

Genau. Ich weiß auch nicht, warum ich das tun sollte. 😉 Dazu noch ein tolles Zitat aus dem Buch.

„Eine ernüchternde Studie, die Morningstar im Jahr 2009 veröffentlichte, ergab, dass eine Verfolgung von 4300 aktiv gemanagten Investmentfonds zeigte, dass 49 Prozent der Fondsmanager selber keine Anteile an den von ihnen gemanagten Fonds besitzen. Ja, richtig. Der Koch verweigert sein eigenes Essen.“

Money, Tony Robbins, S. 160

Wieviel kostet dein Ziel?

Neben der zweifelsfrei sinnenhaften Frage, was dein Ziel überhaupt ist, stellt Tony Robbins in seinem Buch auch die fünf finanziellen Träume vor und was sie kosten. Daraus kann man sich drei heraussuchen, die einem am wichtigsten sind.

Erster Traum: Finanzielle Sicherheit

  • Miete oder Hypothek
  • Nebenkosten
  • alle Lebensmittel für die Familie
  • grundlegende Transportbedürfnisse
  • grundlegende Versicherungen

Das alles gehört zur finanziellen Sicherheit. Das solltest du dir einmal ausrechnen und mit 12 multiplizieren, dann hast du deine jährlichen grundlegenden Kosten. Der durchschnittliche US-Bürger braucht ca. 34.668 Dollar im Jahr. Wie hoch sind deine Kosten? In dem Beispiel bräuchte es 640.000 Dollar an Vermögen, damit die Kosten von 34.668 Dollar jährlich aus Erträgen zur Verfügung stehen.

Zweiter Traum: Finanzielle Vitalität

  • Finanzielle Sicherheit PLUS 50% der monatlichen Ausgaben für:
  • Kleidung
  • Restaurant-Besuche und Unterhaltung
  • „kleiner Luxus“

Das wird wie gehabt mit 12 multipliziert und fertig sind die jährlichen Kosten für Traum zwei.

Dritter Traum: Finanzielle Unabhängigkeit

Das sind deine aktuellen Ausgaben. Quasi der Lebensstil, den du heute pflegst. Die rechnest also deine monatlichen Ausgaben einfach Mal 12.

„Finanzielle Unabhängigkeit beutetet, dass das Geld nun Ihr Sklave ist, und nicht umgekehrt. Das Geld arbeitet für Sie, anstatt dass Sie für Geld arbeiten. Wenn Ihnen Ihr Job nicht zusagt, können Sie Ihrem Chef eine lange Nase machen. Oder Sie können mit einem Lächeln auf den Lippen und einem Lied im Herzen weiterarbeiten, weil Sie wissen, dass Sie aus Spaß an der Freude arbeiten, aber nicht, weil Sie arbeiten müssen.“

Money, Tony Robbins, S. 225

Klingt gut, oder?

Vierter Traum: Finanzielle Freiheit

„Finanzielle Freiheit bedeutet, dass Sie unabhängig sind. Sie haben alles, was Sie heute besitzen, plus zwei oder drei bedeutende Luxusdinge, die Sie in der Zukunft wollen, und all das, ohne dafür arbeiten zu müssen.“

Money, Tony Robbins, S. 228

Die Rechnung ist wieder sehr einfach. Was würden deine zwei bis drei Luxusartikel im Jahr kosten? Das rechnest du dann einfach auf deine aktuellen jährlichen Kosten oben drauf.

Fünfter Traum: Absolute finanzielle Freiheit

„Der Unterschied zwischen reinen Träumern und Menschen, die ihre Träume ausleben, besteht darin, dass reine Träume nie den wahren Preis ihrer Träume ausgerechnet haben.“

Money, Tony Robbins, S. 232

Was sind deine kühnsten Träume? Versuche den Preis zu ermitteln und schreibe dir die Gesamtsumme auf, die du dafür im Jahr brauchst.

Die richtige Portfoliostruktur

„Der wahre Nutzen der Vermögensaufteilung liegt in der richtigen Mischung zwischen sicheren und spekulativeren Anlagen, mit denen Sie höhere Renditen erzielen und Ihr Vermögen in kürzerer Zeit mehren können. Das entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Was glauben Sie, welchen Prozentsatz Ihres Vermögens Sie in Ihren Sicherheitstopf stecken sollten? Ein Drittel? Die Hälfte? Zwei Drittel? Das Versäumnis, einen erheblichen Anteil Ihres schwer verdienten Geldes in sichere Geldanlagen zu investieren, kann ein finanzielles Desaster heraufbeschwören. Umgekehrt kann ein zu großer Anteil an sicheren Anlagen die Vermögensbildung erheblich behindern. Wie finden Sie die richtige Balance?“

Money, Tony Robbins, S. 329

Es sind wahnsinnig viele Gedanken und Tipps zu dem Thema Portfoliostruktur im Buch. Auch gibt es einige Musterportfolios von großen Investoren. Das von David Swensen (der das Vermögen der Yale University von 1 Milliarde auf über 30 Milliarden gebracht hat) sei hier genannt.

Dabei ist zu beachten, dass alle Bestandteile des Portfolios aus Indexfonds zusammengestellt wurden.

Fazit zum Buch „Money“ von Tony Robbins

Das Buch ist fantastisch. Nicht nur, dass es quasi alle Bereiche und Stadien des Investierens abgrast. Tony Robbins hat es auch geschafft mit vielen großen Investoren ausführliche Interviews zu führen, die mir teilweise echt die Augen geöffnet haben. Auch da wurde wieder ganz deutlich, dass es im Bereich des Investierens nicht die EINE Wahrheit gibt, sondern dass es viele Wege gibt, um finanzielle Unabhängigkeit oder gar Freiheit zu erlangen.

Ich habe nun ja schon einige Finanzbücher gelesen, aber das war mit Abstand das Beste. Selbst das Buch von Gerd Kommer mit „Souverän Investieren“, was ich wohlgemerkt richtig gut finde, liegt „nur“ auf Platz 2.

Es ist sicherlich kein Buch, was man beim ersten Mal Lesen in seiner Gänze vollständig umreißt. Dafür hat es einfach eine viel zu hohe Informationsdichte. Aber wenn man sich das Buch zu Herzen nimmt und sich an die Umsetzung macht, hat es unfassbares Potential für die eigene Lebensplanung und Finanzierung.

Falls du dir das Buch kaufen möchtest, kannst du es gern über den Affiliatelink „Money“ von Tony Robbins* tun und gleichzeitig damit meinen Blog unterstützen. Ich würde mich sehr darüber freuen.

Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße
Anna

Die mit Sternchen markierten Links sind Affiliatelinks. Für dich entstehen keine Kosten. Ich bekomme eine kleine Provision zum Unterhalt des Blogs. Danke 🙂

Disclaimer: Wie immer keine Anlageempfehlung. Jeder darf und muss selber denken.

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