Faule Kompromisse

Faule Kompromisse

Es ist aus aktuellem Anlass ein ungeplanter Artikel. Aber ich halte das Thema für so wichtig, dass ich gleich über faule Kompromisse schreiben möchte.

Wenn du dir deine aktuelle Lebenssituation anschaust, bist du zufrieden? Oder gehst du an bestimmten Stellen Kompromisse ein, die dich nicht glücklich machen? Vielleicht sogar richtig unglücklich, sodass du Kopf- oder Bauchschmerzen bekommst?

Bodo Schäfer hat in den letzten Tagen einen Spruch auf Twitter gepostet, den ich voll unterschrieben kann:

Kein Grund zu bleiben, ist ein guter Grund zu gehen.

Vielleicht bist du mit deiner aktuellen Wohnsituation unglücklich? Oder hast auf Arbeit schon innerlich gekündigt, weil dir der Job einfach keinen Spaß mehr macht? Studierst du dieses eine Fach nur deinen Eltern zu liebe? Bist du mit deinem Partner nur wegen der Kinder noch zusammen? Hast Freunde oder Bekannte, die nur noch Energieräuber sind?

Horche einmal in dich hinein, ob es Lebensumstände gibt, die dich unglücklich machen bzw. in denen du gerade einen faulen Kompromiss eingehst!

Warum schreibe ich gerade jetzt über faule Kompromisse?

Unsere Zeit auf dieser Welt ist endlich. Das ist keine Neuigkeit. Wir sind allerdings auch in jungen Jahren nicht unantastbar. Gestern gab es für eine junge Frau, die genauso alt ist wie ich und auch ein kleines Kind hat (und ich mich deswegen mit ihr so gut identifizieren kann), eine brutale Diagnose.

Sie war letzte Woche im Urlaub und hat in den Bergen nicht mehr so gut Luft bekommen. Jetzt war sie bei uns zur Diagnostik. Sie hatte letztes Jahr Brustkrebs. Und nun hat er in die ganze Lunge gestreut. Ihr wird keine Chemo effektiv mehr helfen, kein Sauerstoff, um die Atemnot zu lindern. Nichts.

Sie hat, wenn sie Glück hat, maximal 3 Monate zu leben.

3 Monate.

3 Monate, die sie unter Morphin, was die Gedanken benebelt, stehen muss, damit die Atemnot erträglicher wird.

Was macht man in 3 Monaten?

Einige sagen „Die Dinge regeln.“ oder „Alles auf der Welt ansehen, was man noch sehen möchte“. Aber würdest du innerlich die Ruhe finden, um die Dinge regeln zu können, wenn du wüsstest du hättest plötzlich maximal nur noch 3 Monate zu leben?

Oder würdest du vor Panik innerlich blockieren und die Zeit rennt gefühlt noch schneller?

Kannst du dir überhaupt noch was von der Welt anschauen oder mit deinem Kind spielen, wenn du keine Luft mehr bekommst?

Es ist ein schier unerträglicher Zustand, wenn du dich einmal hineindenkst.

Was könntest du aus diesem tragischen Schicksal lernen?

Die Zeit zu leben ist jetzt! Und Zeit ist das wichtigste, was du hast. Keiner kann sie dir wiedergeben und manchmal ist sie schneller rum als uns lieb ist.

Nix mit, mach ich später mal, wenn ich mehr Zeit habe/Rentner bin/nächstes Jahr/blabla. Lebe jeden Tag so erfüllt, als ob es dein letzter ist. Carpe diem.

Wenn dich etwas stört oder sogar unglücklich macht, dann ändere den Zustand so schnell wie möglich. Denn sonst holt dich irgendwann die Reue ein.

Übernimm die Verantwortung für deine Lebenszeit und was du damit anstellst.

Finde für dich eine gute Balance zwischen Finanzpolster aufbauen und dem Erleben von schönen Dingen.

Wenn dir ein Wunsch unter den Nägeln brennt, dann ist jetzt die Zeit der Realisierung gekommen. Einfach machen.

Lebe jetzt glücklich und nicht später irgendwann mal. Denn vielleicht kommt dieses -irgendwann mal- nicht.

In diesem Sinne: ein langes und erfülltes Leben!

Deine Finanzmedicus

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