Streit ums Geld in der Partnerschaft

Streit ums Geld in der Partnerschaft

Einer der häufigsten Gründe für Streit in der Partnerschaft ist das liebe Geld. Natürlich gibt es Konstellationen, in denen Streit quasi vorprogrammiert ist. Beispielsweise wenn der eine sehr sparsam ist, der andere aber gern die neuesten Geräte haben möchte. Mit den folgenden Tipps kannst du den Streit umgehen bzw. lösen.

Häufige Gründe für Streit ums Geld

  1. Es ist generell zu wenig Geld in der Haushaltskasse. Das macht nervös. Dadurch kann der Streit ums Geld viel leichter entfachen – vor allem wenn Kinder da sind.
  2. Unterschiedliches Ausgabeverhalten. Einer gibt sehr viel mehr aus als der andere, der wiederum sehr sparsam ist. Das ist natürlich eine ungünstige Konstellation, da hier Vorwürfe ala „Du schmeißt das Geld zum Fenster raus.“ bis hin zu „Du alter Geizhals.“ alles dabei sein kann.
  3. Deutliches Einkommensgefälle. Insbesondere, wenn in einer Partnerschaft oder Ehe Kinder hinzukommen, bleibt in der Regel die Mutter zu Hause. Falls sie länger zu Hause bleiben möchte als es Elterngeld gibt, bricht ein Einkommen weg. Dadurch gehen ihre Einkünfte aus der Erwerbstätigkeit auf Null. Es kann leicht passieren, dass die Frau nur noch ein Haushaltsgeld bekommt und zusehen muss wie sie klarkommt. Eine sehr kritische Situation, denn hier geht es auch um Macht.
  4. Unterschiedliche finanzielle Ziele. Der eine möchte ein Vermögen aufbauen, der andere hätte aber viel lieber das neue Auto. Was tun?
  5. Unterschiedliche Mindsets bzw. Glaubenssätze in Bezug auf Geld. Jeder von uns bekommt von zu Hause gewisse Glaubenssätze („Geld stinkt“ vs. „Geld ist nützlich“) rund ums Geld mit auf den Weg. Meist sind sie uns nicht bewusst. Aber auch dadurch kann es zu Konflikten kommen. Auch das eigene Erleben wie mit Geld in der Familie umgegangen wurde, kann sehr prägend sein. Wer zu Hause immer im Geldmangel gelebt hat, hat eine andere Einstellung zu Geld wie derjenige, bei dem im Überfluss konsumiert wurde.

Tipps, um Streit ums Geld zu verhindern

Es gibt ein paar Tipps, um Streit ums Geld in der Partnerschaft entweder zu verhindern oder wenn er schon da ist, zu lösen. Natürlich hängt auch alles von eurer individuellen Situation ab. Müsst ihr jeden Cent umdrehen oder ist eigentlich genug Geld da? Habt ihr Kinder? Habt ihr Schulden. Das sind alles wichtige Fragen.

1. Kommunikation

Kommunikation: Das wichtigste überhaupt ist, über eure finanziellen Ziel und euer Konsumverhalten ehrlich und ruhig zu sprechen. Wer lange ein Thema totschweigt und tabuisiert, bei dem kochen irgendwann die Emotionen hoch. Also lieber vorher darüber reden. Sollten eure (finanziellen) Ziele zueinanderpassen – prima. Wenn nicht, solltet ihr unbedingt das Gespräch suchen, denn das Thema Geld wird irgendwann auf’s Tapet kommen und meist leider im Streit.

2. Getrennte Konten

Wenn euer Ausgabeverhalten zu unterschiedlich ist, dann macht getrennte Konten (bzw. jeder behält einfach sein Konto) und ein gemeinsames Haushaltskonto. Dann werden die großen Posten geteilt und jeder kann über sein restliches Geld frei verfügen. Das nimmt viel Stress aus einer Beziehung heraus. Das wichtigste ist sich vorher hinzusetzen und genau zu überlegen was die laufenden Kosten sind. Damit kommen wir auch zum nächsten Punkt, denn dafür macht sich natürlich ein Haushaltbuch richtig gut.

3. Haushaltsbuch

Das geliebte Haushaltsbuch ;). Manche finden es lästig, aber es ist ein supergutes Tool, um endlich mal einen Überblick über seine Finanzen zu bekommen. Das Haushaltsbuch gibt es in verschiedenen Varianten: als tatsächliches Buch für die haptischen Menschen unter uns, als Exceltabelle oder als App. In das Haushaltsbuch kommen alle eure Einnahmen und Ausgaben – sortiert nach verschiedenen Sparten (Wohnen, Mobilität, Klamotten, Lebensmittel, Versicherungen, Kommunikation etc.). Das gibt euch einen wunderbaren Überblick wohin das Geld eigentlich versickert. Denn Kleinvieh macht auch Mist.

4. Kindererziehungszeiten

Wenn ihr als Paar Kinder haben wollt, solltet ihr vorher auch über die finanzielle Lage während der Elternzeit und darüber hinaus reden. Wenn einer von euch zu Hause bleibt und kein Einkommen mehr hat, sollte er trotzdem ein festes Taschengeld bekommen. Sonst ist das Abhängigkeitsgefühl einfach viel zu krass. Außerdem: Kinder machen unfassbar viel Arbeit und zwar nicht nur 8 Stunden am Tag, sondern den ganzen verdammten Tag. Das sollte auch gewürdigt werden.

5. Beziehungsende und Geld

Fairness ist in jeder Lebenslage ein guter Charakterzug. Auch wenn das keiner will, stellt euch als Paar mal die Situation vor: ihr würdet euch trennen. Wie würde das dann ablaufen? Rosenkrieg oder geordnete Verhältnisse? Wie geht ihr mit den Finanzen um? Ein großer Grund für die Altersarmut bei Frauen ist auch der Fakt, dass sie, nach der jahrelangen Kindererziehung zu Hause, plötzlich ohne Ehemann und ohne finanzielle Mittel bzw. Altersvorsorge da stehen. Eine sehr frustrierende und beängstigende Situation. Merke: Dein Partner ist nicht deine Altersvorsorge! Macht euch vorher darüber Gedanken.

Eine Variante könnte sein, dass jeder von euch ein ETF-Depot hat, was regelmäßig gespart wird zum Aufbau eurer jeweiligen Altersvorsorge. Das bedeutet aber auch, wenn einer von euch zu Hause die Kinder betreut und kein Einkommen hat, dass der andere trotzdem beide Depots weiter gespart. Im Falle einer Trennung hätte dann trotzdem jeder sein Depot und ist abgesichert.

6. Schulden in einer Beziehung

Schulden sind nicht gleich Schulden. Es macht einen riesigen Unterschied, ob ihr gemeinsam Schulden für eure Immobilie aufnehmt oder ob einer mit Geld gar nicht klar kommt und deswegen seinen völlig überzogen Dispo umschulden muss. Prinzipiell muss jeder für seine eigenen Schulden gerade stehen – egal ob das eine Firmenpleite war oder Konsumschulden aus der Jugend. Du musst nicht für die Schulden deines Partners haften! Deswegen solltest du dir das zwei Mal überlegen, ob du eine Bürgschaft für den Kredit deines Partners unterschreibst (zum Beispiel um einen Firmenkredit aufzunehmen, etc.) bzw. deine Unterschrift mit unter den Kreditvertrag setzt. Denn wenn sich dein Partner aus dem Staub macht und kein Bock hat zu arbeiten, wirst du zur Schuldentilgung herangezogen.

Bei einem eigenen Haus ist das natürlich etwas anderes. Das soll euer Nest für eure Familie für viele Jahre werden. Da ist es nur fair, wenn beide mit im Vertrag drin stehen.

Prinzipiell solltest du Schulden vermeiden. Denn diese belasten dich und deine finanziellen Ziele auf Jahre bzw. bei einem Haus auf Jahrzehnte. Hier gibt es auch einen ausführlichen Beitrag von mir zu dem Thema Schulden.

7. Professionelle Hilfe

Ihr glaubt an eure Beziehung, seht aber gerade vor lauter Streit kein Land? Dann ist es keine Schande sich professionelle Hilfe zu suchen ehe der Partnerschaftskahn kentert. Manchmal ist man so verbittert in seinem Standpunkt, dass einfache Lösungen gar nicht mehr gesehen werden. Ratschläge aus der Familie sind da meist nicht so hilfreich, wenn der Streit schon lange besteht. Denn üblicherweise halten die Eltern zum jeweiligen Kind und machen die Situation nicht besser (siehe Mindset).

Fazit

Streit ums Geld in der Partnerschaft kommt häufig vor und lässt sich durch recht einfache Maßnahmen gut beilegen. Wenn das nicht gelingt, dann sucht euch professionelle Hilfe, so kann eine drohende Trennung oft abgewendet werden.

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