Warum die 52.000 Euro nicht das Problem sind!

Warum die 52.000 Euro nicht das Problem sind!

Ich bin auf einen Artikel aufmerksam geworden, der auf der Seite von t-online veröffentlicht wurde und der u.a. auf Twitter einiges an Empörung geerntet hat. Für alle, die den Artikel nicht kennen: es geht im Groben um die Rentenlücke, die bei vielen von uns entstehen wird und wieviel Geld wir zusätzlich ansparen sollten, um selbige schließen zu können. Verglichen wurden Männer und Frauen im Alter von 30, 40 und 50 Jahren.

Eine Aussage aus dem Artikel war, dass eine 30-Jährige Frau bereits 52.000 Euro auf dem Konto haben sollte, damit sie es noch schaffen kann (bei 10% Sparrate pro Monat), die Rentenlücke zu schließen. Genau wegen dieser 52.000 Euro empörten sich einige Mitmenschen lautstark. „Das sei demotivierend.“ „Helfe nicht weiter.“ „Wer würde denn schon so viel verdienen…“ etc.

Um diesen Kommentaren ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen: weiter unten im Artikel auf t-online wird erklärt, dass dieser Betrag so hoch wäre, weil mit Girokonto-0%-Zins-Konditionen gerechnet wurde. Würde frau das Geld (also die monatliche 10%-Sparrate vom Nettoeinkommen) tatsächlich investieren, bräuchte sie die 52.000 Euro mit 30 Jahren nicht, sondern könnte auch so ihre Rentenlücke schließen. Vorausgesetzt sie hält die 10% Sparrate vom Nettoeinkommen durch.

Jetzt kommt mein ABER.

Die Autorin des Artikels hat netterweise die Methodik dazugeschrieben, wie die Berechnungen zustande gekommen sind. „Um besser vergleichen zu können, wurde bei der Berechnung des Nettogehalts zudem angenommen, dass die Personen unverheiratet sind, keine Kinder haben, in Steuerklasse 1 veranlagt sind, in einem alten Bundesland wohnen…“ (Quelle)

Und da kommt der Schlag in die Magengrube.

Es wurde ohne Kinder gerechnet. Ohne Elternzeit, ohne „Mama bleibt für drei oder mehr Jahre zu Hause“, ohne Teilzeit. Das bedeutet, dass das Rentenlückenproblem für Frauen ein sehr viel größeres ist, als es der Artikel suggeriert.

In den meisten Familien bleibt die Frau bei den Kindern zu Hause oder geht Teilzeit arbeiten, um Familie, Haushalt und Job zu wuppen (hier hatte ich mich schon mal dazu ausgelassen). Das bedeutet weniger Nettoeinkommen, weniger (gesetzlicher) Rentenanspruch, niedrigere Sparrate und Geld, das frau investieren kann.

Ich hätte mir ein Rechenmodell gewünscht, bei dem diesem Umstand Rechnung getragen wird.

Eine recht einfache (hoffentlich nicht zu einfache) Lösung wäre, dass während der Elternzeit oder Teilzeit, der Ehepartner die Sparraten überbrückend für die Altersvorsorge der Partnerin übernimmt. Denn immerhin wird ihm ja der „Rücken freigehalten“, damit er Karriere machen kann. Zumindest höre ich das immer wieder als Argument. Daher wäre es der Partnerin gegenüber nur fair, wenn ihre Altersvorsorge weiterhin gesichert ist. Denn Altersarmut macht definitiv keinen Spaß!

In diesem Sinne: Altersvorsorge checken!

Anna von Finanzmedicus

Schreibe einen Kommentar