…zum Buch Rich Dad Poor Dad von Robert T. Kiyosaki

…zum Buch Rich Dad Poor Dad von Robert T. Kiyosaki

Es ist nicht das erste Finanzbuch gewesen, was ich gelesen habe. Aber Rich Dad Poor Dad* war das, was mich am mit meisten beeindruckt hat. Daher ist es auch das erste Buch, was ich auf meinem Blog näher vorstellen möchte in der Rubrik – 5 Gedanken.

Im Kern geht es darum, dass Robert in jungen Jahren quasi zwei Väter hatte, die zwei gegensätzliche Welten repräsentieren. Einen biologischen Vater, der hochgebildet war und im Staatsdienst gearbeitet hat. Und den Vater seines Freundes Mike, der die Schule vorzeitig abgebrochen hat und durch eine ausgeprägte finanzielle Intelligenz mehrere Unternehmen sowie ein Millionenvermögen aufgebaut hat.

Robert wollte bereits in jungen Jahren wissen wie man zu so viel Geld kommt und der Vater von Mike hat es ihm gezeigt. Anfangs nur mit einfachen Beispielen und mit vielen Bildern. Später dann mit Zahlen.

1. Gedanke: Zeige mir deinen Cashflow und ich sage dir deine Einkommensschicht

Es sind die Bilder, die hängen bleiben und die z.B. den simplen Cashflow – je nach Einkommensschicht – aufzeigen. Und gleichzeitig wird einem so neben bei das Bilanzwesen ein bisschen näher gebracht.

Cashflow meint den Fluss des Geldes. Woher beziehst du dein Einkommen und wohin fließt dein Geld?

Die Armen: Sie beziehen ihr Einkommen von einem Job und geben das gesamte Geld für Wohnen, Lebensmittel, Kleidung, Unterhaltung etc. wieder aus. Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten gibt es laut Kiyosaki hier nicht. Wobei ich hier persönlich denke, dass es durchaus vorkommt, dass auch arme Menschen Verbindlichkeiten aufnehmen bzw. gerade deswegen immer tiefer in die Armutsfalle tappen. Dazu hatte ich bereits einen Artikel geschrieben.

Die Mittelschicht: Sie beziehen ihr Einkommen ebenfalls von einem Job, haben nicht nur die Alltagsausgaben, sondern müssen auch die Kredite für Eigenheim und Autos etc. bedienen. Dabei sind diese Dinge, die viele als „Investitionen“ sehen, reine Verbindlichkeiten. Dazu später mehr.

Die Reichen: Sie beziehen ihr Einkommen aus ihren Vermögenswerten. Großer Unterschied! Sie tauschen nicht mehr Zeit gegen Geld, sondern lassen das Geld für sich arbeiten. Das was übrig bleibt, wird wieder in Vermögenswerte investiert. Damit steigt automatisch das Vermögen der Reichen. Genau deswegen werden die Reichen immer reicher.

2. Kenne den Unterschied zwischen Vermögen und Verbindlichkeit

Dazu gibt es im Buch Rich Dad Poor Dad wieder sehr einprägsame Grafiken. Kiyosaki sagt simpel: Wenn es dir Geld aus der Tasche zieht, ist es eine Verbindlichkeit. Wenn es dir Geld in die Tasche füllt, ist es ein Vermögenswert.

Mehr gibt es zu diesem Punkt nicht zu sagen. Das ist die Grundlage für alles. Investierst du gerade in eine Verbindlichkeit oder in einen Vermögenswert? Diese Frage lässt sich mit den zwei Bedingungen supereinfach beantworten.

Ist das Eigenheim ein Vermögenswert? Die meisten Häuslebesitzer meinen die größte Investition in ihrem Leben getan zu haben. Aber in Wahrheit ist es eine Verbindlichkeit, denn das Eigenheim zieht dir das Geld aus der Tasche. Das möchten nur die meisten Hausbesitzer nicht hören! Nur die wenigsten gehen bewusst mit den Gedanken an das Eigenheim heran, dass es sich hierbei um eine Verbindlichkeit handelt – nicht um einen Vermögenswert.

Vermögenswerte bescheren dir ein zusätzliches Einkommen bzw. ein komplettes Einkommen. Mieten, Zinsen, Dividenden, Patente, etc.

3. Steuern sparen als Vermögensbooster

Der normale Arbeitnehmer bekommt sein Nettogehalt. Vorher hat der Staat sich zuerst bezahlt. Mit dem Nettogehalt kann dann alles andere bezahlt werden. Das gemeinste an der Sache? Mit steigendem Gehalt nimmt die Steuerlast zu!

Arbeitnehmer, die für ein Unternehmen arbeiten:

1. Verdienen

2. Steuern zahlen

3. Geld ausgeben

Robert T. Kiyosaki; Rich Dad Poor Dad, S. 150

In Unternehmen läuft das anders. Sie erwirtschaften Umsatz, davon ziehen sie zuerst alle ihre unternehmenseigenen Ausgaben und Investitionen ab. Das was dann noch übrig bleibt, wird versteuert.

Firmenbesitzer mit Unternehmen

1. Verdienen

2. Geld ausgeben

3. Steuern auf „den Rest“ zahlen

Robert T. Kiyosaki; Rich Dad Poor Dad, S. 150

Der klare Tipp von Kiyosaki ist, wenn du schon ein etwas größeres Vermögen hast, was du schützen möchtest, dann gründe ein Unternehmen.

Prinzipiell ist ein Unternehmen erst einmal nur ein Papier mit der Unterschrift eines Notars. Kiyosaki macht damit deutlich, dass es keine große Hürde darstellt eines zu gründen.

4. Arbeite um zu lernen und nicht für Geld

Warum gehst du arbeiten? Um deine Rechnungen zu bezahlen oder um zu lernen? Eine sehr provokante These von Kiyosaki, aber letztlich hat er Recht. Die meisten von uns (und da schließe ich mich in der momentanen Situation mit in) gehen arbeiten, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Sie leben von Gehaltszettel zu Gehaltszettel und hoffen auf Beförderungen und ähnliches.

Kiyosaki beschreibt in dem Kapitel, was er selbst für Berufe schon ausgeübt hat. Von der Arbeit in der Firma des Vaters seines Freundes, Frachtbegleitung in die asiatischen Länder, Verkäufer, Soldat bei der Armee ist alles dabei. Jede Station hatte bei ihm einen besonderen Zweck. Einen Zweck eine spezielle Fähigkeit zu erlernen. Eben Verkaufen, internationaler Handel oder Menschenführung in gefährlichen Situationen. Dies alles hat ihn darauf vorbereitet später sein eigenes erfolgreiches Unternehmen aufzubauen.

Er kritisiert, dass so viele Menschen sich heutzutage zu Spezialisten ausbilden lassen wollen. Und quittiert das mit dem Satz:

„Wenn Sie nicht arbeiten wollen, um etwas Neues zu lernen und stattdessen darauf beharren, sich beruflich sehr stark zu spezialisieren, sollten Sie darauf achten, dass das Unternehmen, in dem Sie arbeiten, einen Betriebsrat hat. Die Gewerkschaften sind dazu da, Spezialisten zu schützen.“

Robert T. Kiyosaki; Rich Dad Poor Dad, S. 200

Dabei ist es notwendig, sich auch in anderen Gebieten fortzubilden. Kiyosaki nennt hier vor allem zwei Bereiche: Verkauf und Marketing.

Warum gerade die beiden Bereiche? Weil es dir in jeder Lebenslage weiterhelfen kann. Wenn du einen neuen Job suchst und dich selbst gut präsentieren (=verkaufen) kannst, dann ist die Chance groß, dass du ihn bekommst. Wenn du gut in Kommunikation bist, hilft dir das auch im Alltag weiter, denn du vermeidest so eher Konflikte aufgrund von Missverständnissen.

Aber er sagt auch noch etwas: Lerne die GeschäftsSYSTEME kennen!

„So viele talentierte Menschen sind arm, weil sie sich darauf konzentrieren, immer bessere Hamburger zu machen, aber nur wenig oder gar nichts über Geschäftssysteme wissen“

Robert T. Kiyosaki; Rich Dad Poor Dad, S. 202

Dabei sind wir wieder direkt bei der Fähigkeit zu verkaufen, zu vermarkten und die jeweiligen Systeme dahinter zu kennen.

Er propagiert das stetige Lernen! Arbeite, um zu lernen. Um später dein eigenes System aufstellen zu können.

„Ihr Wissen ist Ihr größter Reichtum.

Ihr größtes Risiko ist, was Sie nicht wissen.“

Robert T. Kiyosaki; Rich Dad Poor Dad

Zu guter letzt noch die wichtigsten Management-Skills, um dauerhaft erfolgreich zu sein:

„1. Management des Cashflows,

2. System-Management und

3. Führungsqualifikation.“

Robert T. Kiyosaki; Rich Dad Poor Dad, S. 210

5. Ändere deine Gewohnheiten

Die Angst vor Verlusten und Niederlagen:

Ein wichtiges Kapitel! Hierzu hatte ich bereits auch einen Artikel geschrieben zu den psychologischen Fallen im Umgang mit Geld.

„Der Hauptunterschied zwischen einem Reichen und einem Armen liegt darin, wie sie mit ihrer Angst umgehen.“

Robert T. Kiyosaki; Rich Dad Poor Dad, S. 215

Das größte Geheimnis der Gewinner ist, dass sie keine Angst vor Niederlagen haben. Niederlagen werden zur Inspirationsquelle von erfolgreichen Menschen – machen sie stärker, weil sie daraus lernen. Verlierer fühlen sich von einer Niederlage vernichtet und ziehen sich zurück und werden es kein zweites Mal versuchen, weil sie Angst vor einer weiteren Niederlage haben.

Viele Menschen gehen, was ihre Finanzen anbelangt, zu sehr auf Nummer sicher, lassen der Angst den Vortritt. „Sie kaufen große Häuser und große Autos, aber sie machen keine großen Investitionen.“

„Sie gehen zu ihren Finanzberatern, Steuerberatern oder Börsenmaklern und kaufen ein ausgewogenes Portfolio. Die meisten stecken viel Geld in Schatzbriefe mit niedrigem Zinssatz, offene Investmentfonds, die innerhalb einer Fondsfamilie gehandelt werden können, und einige wenige Aktien. Es ist ein sicheres und vernünftiges Portfolio, aber kein Gewinnerportfolio. Es ist das Portfolio eines Menschen, der spielt, um zu verlieren.“

Robert T. Kiyosaki; Rich Dad Poor Dad, S. 220

Er sagt aber auch, dass ein sicheres Portfolio besser ist, als gar kein Portfolio. Aber wenn man reich werden will und nur wenig Geld hat, reicht das nach Kiyosaki nicht aus. Man muss gezielt investieren, um erfolgreich zu sein.

Vielleicht bin ich (noch) zu sicherheitsverliebt, aber hier gibt es definitiv noch mehr Wege, um zum Ziel (was jeder für sich selbst definieren muss) zu kommen. Wer schnell reich werden will, sollte so handeln wie es Kiyosaki vorschlägt. Kann aber auch viel verlieren – siehe da, da ist die Angst vor Verlusten wieder. Ich bin momentan sehr für den kontinuierlichen Weg zu haben mit stetiger Investition.

Sich selbst zuerst bezahlen:

Ein wichtiger Punkt im Buch ist folgender: Bezahle immer dich zuerst. Nicht zuerst die Steuern oder Rechnungen – diese werden später bezahlt und zwar mit dem Zwang neuen Cashflow zu generieren. Wer sich nur das bezahlt, was am Ende des Monats übrig bleibt, wird nicht vermögend, sondern tritt auf der Stelle.

Er geht sogar so weit, dass er sagt, er könne am Cashflow und Vermögen sehen, wer diese Regel beherzigt.

Kritikpunkte an Rich Dad Poor Dad

Die Einführung in das Thema ist super. Es ist allerdings sehr immobilienlastig – was ja an der Investmentstrategie des Autors liegt. Wer Immobilien nicht mag, sondern sich in der Aktienwelt eher zu Hause fühlt, wird hier etwas enttäuscht. Die Grundsätze bleiben die gleichen – überall finden sich Chancen zur Investition – sowohl bei Immobilien als auch bei Aktien.

Da der Autor in den USA zu Hause ist, sind natürlich ein paar Kniffe aus dem amerikanischen Steuerrecht aufgeführt, die sich auf europäisches/deutsches Recht nicht ummünzen lassen. Daher muss man selbst aktiv werden was die steuerlichen Besonderheiten und „Schlupflöcher“ sind.

Buchempfehlung aus dem Buch Rich Dad Poor Dad

Kiyosaki nennt in seinem Buch selbst Buchempfehlungen, die ich dir nicht vorenthalten möchte:

Der reichste Mann von Babylon von Georg S Clason*

The 16 Percent Solution von Joel Moskowitz*

Gern könnt ihr die Bücher über die Partnerlinks kaufen, damit unterstützt ihr meinen Blog.

Fazit zu Rich Dad Poor Dad

Ich hätte dieses Buch sehr gern schon zu Schulzeiten gelesen. Dann hätte ich einige „Fehler“ in der Vergangenheit nicht gemacht. Das Buch Rich Dad Poor Dad* ist eine absolute Leseempfehlung für jeden! Vor allem für finanzielle Beginner das beste Buch zum Einstieg.

In diesem Sinne: maximale finanzielle Erfolge!

Anna von Finanzmedicus

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Lejero

    Das Buch ist definitiv Kult! Habe es auch vor Jahren gelesen, und es hat mir damals in einigen Bereichen neue Ideen gegeben. Allerdings sehr amerikanisch geschrieben und aus meiner Sicht auch vieles dabei, bei dem man eher „Naja“ sagt (Beispiel selbstgenutzte Immobilie: nicht gezahlte Miete ist auch Geld das dir in die Tasche fliesst). Aber definitiv einmal sollte das Buch jeder lesen.

    1. Da stimme ich zu! Ja, der Stil ist sehr amerikanisch geschrieben. 😉 Das Thema nicht gezahlte Miete bzw. Eigenheim wird ja kontrovers diskutiert in der Finanzcommunity. Kommt halt immer darauf an. 😉

      1. Lejero

        Ich habe beides, und aus meiner täglichen Erfahrung kann man es genauso wie eine Investition rechnen. Einfach die gesparte Jahresmiete geteilt durch Kaufpreis und man hat die Bruttorendite. Und erst jetzt beginnt das Problem: da sich die meisten mit einer eigenen Immobilie gegenüber vorher vergrössern/verbessern, kommen dann dort ganz oft ziemlich schlechte Bruttorenditen zwischen 1-2% raus. Und das ist natürlich nicht so toll, und mit Aktien/Immobilien zur Kapitalanlagen bekommt man bessere Renditen, aber es ist eben auch keine Verbindlichkeit. Ausnahme: die Immobilie hat einen Wertverlust im Laufe der Zeit, aber in dem Fall macht auch eine Kapitalanlage keine Freude.
        Was ich eigentlich damit sagen will: Konzept der Verbindlichkeit ist eine super Leitplanke gerade für Einsteiger, aber man darf ihr nicht sklavisch folgen, sondern muss jeden Fall einzeln betrachten.

Schreibe einen Kommentar